Ehrenfriedhof Mariawald

414 Tote des Zweiten Weltkrieges ruhen heute auf dem Ehrenfriedhof Heimbach - Abtei Mariawald. Unter den Toten sind auch russische und polnische Soldaten, die in Verbänden der Wehrmacht gekämpft hatten.

Viele der Soldaten waren erst 18 bis 20 Jahre alt,z.B. der 16-jährige Junge Semen Dechanow.

 

Der Ehrenfriedhof liegt oberhalb der Abtei inmitten des Naturschutzgebietes Kermeter.

 

Abtei Mariawald

52396 Heimbach - Mariawald

50.618056  6,475496

 

  von Heimbach kommend:  etwas oberhalb der Abtei rechts abbiegen ( dem Hinweisschild folgen).

  Vom Ende des Parkplatzes führt ein Fußweg (ca 250 m) zum Ehrenfriedhof.

 

Ende der 30er Jahre wurde unweit des Klosters Mariawald ein großes Lager des Reichsarbeitsdienstes (RAD) errichtet. Auf ca. 4 ha Wiesen und Weiden entstanden provisorische Unterbringungsmöglichkeiten für Arbeitskräfte, die für den Bau der Ruhrtalsperre, der Ordensburg Vogelsang und für Verteidigungsbauwerke des Westwalls eingesetzt wurden. Polnische und ukrainische Zwangsarbeiter waren auch in der Gemeinde Heimbach tätig.

Ab Juli 1941 erfolgte nacheinander die Aufhebung der Abtei und die Vertreibung der Mönche. Für den Weiterbetrieb des nunmehr als "Gemeindegut" geführten Klosters mit umfangreicher Landwirtschaft, Likörfabrik und Gastwirtschaft wurden etwa 20 Ordensmitglieder verpflichtet. Seelsorgerisch wurden sie von einem älteren Pater, der von der Vertreibung verschont wurde, betreut. Mit Kriegsbeginn mußten auch Patres und Brüder in der Wehrmacht Dienst leisten. Das Kloster wurde für einige Zeit als Waisenhaus genutzt.Zeitweise war im Kloster auch ein Gefechtsstand deutscher Truppen eingerichtet. 1943 musste für den Raum Heimbach erstmals Fliegeralarm gegeben werden.

Ab Herbst 1944 lag der Bereich Heimbach nahezu pausenlos im Feuer feindlicher Artillerie. Deutsche Pioniere sprengten daraufhin den Dachreiter der Klosterkirche, der Zielpunkt für den Beschuss gewesen sein soll. Es wurde sogar die Zerstörung der gesamten Klosteranlage in Erwägung gezogen. Verantwortungsbewusste Offiziere haben dies verhindert. Vieles ist dennoch zerstört worden. Am 2. März 1945 besetzten amerikanische Truppen Heimbach.

Von Herbst 1944 bis Frühjahr 1945 befand sich in Mariawald ein Hauptverbandsplatz, wie in vielen Klöstern während des Krieges. Gefallene und ihren Verwundungen erlegene Soldaten wurden an einem Hang oberhalb des Klosters durch die Ordensgemeinschaft würdevoll bestattet.

1949 wollte man zunächst alle Kriegstoten von Mariawald zum Soldatenfriedhof Gemünd umbetten. Auf Bestreben der Gemeinde Heimbach und des Abtes von Mariawald wurde der Friedhof auf dem klösterlichen Gelände belassen und ausgebaut.

Viele Toten wurden nach dem Krieg zuerst auf dem Waldfriedhof am Missionshaus St. Michael bestattet und später erst hinauf nach Mariawald umgebettet.

1950 beauftragte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Nordrhein - Westfalen, den Architekten Dr. Orth aus Bensberg mit dem endgültigen Ausbau des Ehrenfriedhofes. Kriegstote wurden u.a. aus den Orten Berg, Eicks, Glehn, Hostel und Sauermühle überführt. Auch die Gefallenen des Soldatenfriedhofes "Schönblick" am damaligen Missionshaus "St. Michael" in Heimbach, fanden in Mariawald ihre letzte Ruhe. 414 Tote des Zweiten Weltkrieges ruhen heute auf dem Ehrenfriedhof. Unter den Toten sind auch russische und polnische Soldaten, die in Verbänden der Wehrmacht gekämpft hatten. Ein luxemburgischer Gefallener wurde bereits 1946 in die Heimat überführt.

Viele der Soldaten waren erst 18 bis 20 Jahre alt. Auch der 16-jährige Junge Semen Dechanow, das 17-jährige Mädchen Lotte Weckmann, die beiden Frauen Hildegard Linka und Rosalia Straten sowie die 19-jährige Russin Nata Hurinewa haben zwischen den Soldaten ihr Grab. Viele dieser Männer, Frauen und Kinder starben im November und Dezember 1944 sowie im Februar 1945.

Beschreibung:

Der Friedhof liegt etwa 450 m hoch, oberhalb von Heimbach inmitten des Waldnaturschutzgebietes "Kermeter" bei der Abtei Mariawald, dem einzigen Trappistenkloster in Deutschland. Vom Friedhof aus geht der Blick über das tieferliegende Kloster, über Berge und Wälder der nördlichen Eifel hinüber bis zur Rheinebene.
 

Zu der Kriegsgräberstätte gelangt man über einen Fußweg, der links vom Parkplatz der Abtei Mariawald in den Wald führt. Mit dem Auto kann man ca. 200 m hinter dem Parkplatz von der L249 rechts zur Kriegsgräberstätte fahren. Es gibt nur wenige Parkplätze.

Es gibt zwei Eingänge: einmal vom Parkplatz, der andere vom unteren Fußweg her.

Vom Parkplatz aus kommt man zu dem oberen Eingang. Hier steht an der Mauer die Inschrift: „Ehrenfriedhof Mariawald gedenket der hier ruhenden gefallenen des Krieges 1939 – 1945“.

Durch ein schmiedeeisernes Türchen gelangt man auf die Kriegsgräberstätte.

Der Soldatenfriedhof ist terrassenförmig angelangt, der durch Bruchsteinmauer abgetrennt sind. Auf der oberen Terrasse stehen Bäume. Ein Weg führt links von den Terrassen runter bis zum Gedenkplatz. Auf der mittleren Terrasse sind die Gräber. Die Grabkreuze sind aus Grauwacke und haben bis zu Namen.

Der Boden ist mit Rasen bedeckt. Vereinzelt stehen Bäume. Rechts entlang der Gräber führt ein Weg auch herunter zu der unteren Terrasse. Hier sind auch noch einige Gräber. Wenn man nun den Weg nach links geht, gelangt man zu dem Gedenkplatz, der den Mittelpunkt der Anlage bildet. Ein 11 m hohes Hochkreuz steht auf einem Bruchsteinsockel. Davor steht ein Kranzständer und eine Grableuchte.

Oberhalb des Gedenkplatzes sind auch noch Gräber. Rechts vom Gedenkplatz ist der untere Eingang. Hier steht eine Informationstafel. In der Mauer ist das Gräberverzeichnis. Rechts – etwas oberhalb des Gedenkplatzes ist ein Denkmal „ Gedenket unserer Toten im Osten“

Der Ehrenfriedhof Mariawald wurde am 20. September 1953 durch den Aachener Regierungspräsident Dr. Brand eingeweiht und in die Obhut der Stadt Heimbach, vertreten durch Bürgermeister Breuer, gegeben. Die Einsegnung nahmen Domkapitular Neujean, Schleiden, und Pfarrer Dr. Korth, Gemünd, vor.

Der Friedhof ist heute ein Ort der Ruhe und lädt Wanderer und Besucher der Abtei ein, zu verweilen.

Alljährlich findet am Volkstrauertag auf dem Ehrenfriedhof Mariawald von der Stadt Heimbach und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), Ortsverband Heimbach, veranstaltete Zentrale Gedenkfeier statt.